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Es ist schwerer, eine Träne zu stillen, als tausend zu vergießen. (Unbekannt)
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Für Abuelo
Ich wollte eine erfahrene Katze haben. Ich bin auf curacanis im Netz
gestoßen und
im November 2008 habe ich ein Foto von Abuelo erhalten und musste lachen.
Jeder, wirklich jeder, der ihn das erste Mal sah, musste lachen. So was Kleines
mit diesen Miniöhrchen. Die beiden Positivtests für FIV und Leukose haben mich
nicht abgeschreckt, ich habe diesen Kater so wie er war akzeptiert. Ich musste
noch zur Kur und danach war es endlich soweit: am 23.Jan. 2009 änderte sich mein
Leben. Ich habe Abuelo seinen Namen gelassen, ich wollte ihn nicht seiner
Identität berauben und als ich erfuhr, dass er Opa heißt, hat es mich nicht
gestört. Im Gegenteil, ich habe ihn gern Abuelo-chen gerufen, fast ein Lied,
dieser Name. Und mit der Übergabe habe ich ihn geliebt. Mein Herz quoll immer
über, so habe ich ihn geliebt. Er war so uneingeschränkt positiv. Er war bis zu
seinem Tode immer wieder krank, ich habe die Tierarztbesuche und OP s nicht
gezählt. Ich habe immer Angst um ihn gehabt, nur nicht bei seiner letzten
Krankheit, ich war so erleichtert, dass es sich nur um einen Infekt mit Fieber
handelte. Dabei brach im Hintergrund die Leukose aus. Nicht regenerativ. Das
Todesurteil. Wir beide haben dann zwei Wochen voneinander Abschied
genommen.
Vom ersten Abend an waren wir so positiv einander zugetan, ich habe ihn
gestreichelt und er hat geschnurrt. Er hat gern in meinem Schoß geschlafen,
selbst im Lotussitz hat er mir Gesellschaft geleistet. Und so ging das zwei
Jahre: Wer ist der Schönste im ganzen Land und aus Spanien noch dazu? Mein
Abuelo! Er sprang mit seinem Köpfchen immer in meine Hand, die auf dem Weg zu
ihm war. Wenn er mehr wollte, dann hat er mich immer mit einem Pfötchen ganz
schüchtern betapst. Gern auch ganz früh noch im Bett, mir auf den Mund. Und wenn
ich dann fand, es ist zu früh, dann stupste er natürlich weiter, bis ich lachen
musste und mit ihm geschmust habe. Gemaunzt hat er ganz ganz selten, und wenn,
dann war es so ein leises Marylin-Monroe-Gehauche. Er war ein Gourmet, ich habe
mich anfangs gewundert, dass er so wählerisch ist, habe aber dann immer
versucht, seinen Wünschen gerecht zu werden.
Mein Kleiner und so ein Feiner noch dazu, mein wunderschöner Abuelo ist
fort, fort, fort. Hinübergegangen, ganz leise. Mein Rubio. Die Wohnung ist so
leer, ich vermisse seine Gesellschaft, er hat mich immer getröstet und hatte nie
schlechte Laune – und ich auch nicht. Seine Anwesenheit war für mich immer ein
Geschenk. Ich habe seine Kraft bewundert, seine Ausdauer und sein gutes Wesen.
Mein kleiner Spanier mit seiner südländischen Gelassenheit... Er war außen und
innen schön. Seine O-Beinchen und die großen Pfoten erst. Ich habe ihm gern
aufgezählt, was ich an ihn mag und wie schön er ist. Sein Schwanz war am Ende
gestreift, die Fellfarbe sah bei jedem Licht anders aus. Und alle Farben standen
ihm, jede Bettwäsche, jedes Kleidungsstück, auf das er sich gern legte, hat ihm
hervorragend gestanden. Mein Abuelo. Es war sehr schwer für mich, ihn
entscheiden zu lassen und ihn zu unterstützen. Er war sehr sehr anhänglich, die
letzten Wochen hat er ausschließlich auf meinem Schoß verbracht.
Jeden Monat bildete sich aufs Neue ein Abszess in seinem kleinen Gesicht,
bis die Ursache endlich gefunden und er schmerzfrei war, war es bereits August
2010. Ich war so befreit und guten Mutes und der Meinung, von nun an gehen wir
nur noch zum Krallen schneiden und zur Jahresimpfung zum Arzt. Im Jan. 2010 dann
der Infekt, die Leukose brach aus und am frühen Morgen des 7. Februar wusste
ich: heute ist es soweit. Ich habe mir Unterstützung für den letzten Gang von
meinem Tai Chi-Lehrer Thomas geholt. Das letzte Mal in den Transportkorb setzen,
das wunderbar milde Wetter spüren, der Sonne „tschüss“ sagen, ein letztes
Streicheln und dann war die Spritze auch schon gesetzt, eine Weile hat sein
kleines Kämpferherz noch geschlagen und schließlich aufgehört. Ich habe noch
eine Weile bei ihm gestanden, dann den leeren Korb zusammengebaut und bin hinaus
ins Sonnenlicht. Thomas und ich waren beide mitgenommen, er hat mir das Körbchen
abgenommen (zum Arzt hin habe ich ihn getragen, Thomas hatte auch gar nicht
gefragt, er wusste, was er mir abnehmen kann und was nicht), ich habe seinen Arm
angenommen und wir sind einen Raki trinken gegangen in einer vollen Imbissbude,
wo Spielautomaten dudelten, die Fritteuse stank und irgendwie alles aus Plastik
war. Wir haben auf das Leben getrunken! Gate gate, paragate, parasam gate, bodhi
savah!
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