Ein Brief an Dich, Gismo.
Lieber Gismo!
Als wir Dich vor einem Monat vom Hamburger Flughafen abholten, warst Du
ziemlich verschüchtert und scheu.
Als wir mit Dir zuhause waren, hast Du Dich erst einmal verkrochen- warst
Du doch aufgrund Deiner Erfahrungen Menschen gegenüber sehr skeptisch. Doch
schnell merktest Du, dass wir Dir nichts böses tun wollten und nach ein paar
Tagen durften wir Dich anfassen. Später fordertest Du Deine Streicheleinheiten
sogar regelmäßig ein!
Von Anfang an bemerkten wir Deine Sanftmut und Deine Intelligenz- und Deine
Schönheit. Dein verstümmelter Schwanz machte Dich nicht weniger hübsch, zeigte
es doch nur einmal mehr, zu welch schlimmen Taten Menschen fähig sind.
Leider wurdest Du vor ein paar Tagen immer ruhiger und mochtest auch nicht
mehr so recht fressen. Daraufhin brachten wir Dich zum Tierarzt und Du bekamst
Antibiotikum. Die Fahrt dorthin war nicht schön für Dich- ich glaube, Du hattest
Angst, weitergereicht zu werden. Umso glücklicher warst Du, als wir wieder mit
Dir zuhause waren. Doch Dein Zustand wollte sich nicht bessern. Als ich Dich
erneut zum Tierarzt brachte, gucktest Du mich im Auto die ganze Zeit an und wir
beide ahnten, dass Du nicht lebend zurückkommen würdest. Es stellte sich heraus,
dass Du so krank warst, dass wir Dich erlösen mussten.
Ich hoffe, dass Du weißt, wie sehr Du uns in dem Monat, den wir mit Dir
verbringen durften, ans Herz gewachsen bist und wie lieb wir Dich haben.
Lieber Gismo, ich hoffe wirklich, dass Du unsere Liebe und Zuneigung
gespürt hast. Es tut mir so leid, dass wir Dir nicht helfen konnten und ich
hoffe, dass es Dir jetzt gut geht.
Wenn ich aus dem Fenster gucke, kann ich Dein Grab sehen, auf das
hoffentlich oft die Sonne scheinen wird.
Wer sagt, Du wärst kein besonderer Kater gewesen, hat sein Herz nicht am
rechten Fleck.
Ich hoffe, dass wir uns wiedersehen.
Bis dahin mach´s gut, kleiner Gismo. Wir vermissen Dich.
Deine Francesca, Henry und Deine vierbeinigen Freunde